Artikel mit dem Tag "Brauchtum-Oberbayern"



Die Geschichte des Oberammergauer Passionsspiels beginnt 1633. Mitten im Dreißigjährigen Krieg, nach monatelangem Leiden und Sterben an der Pest, gelobten die Oberammergauer, alle 10 Jahre das »Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus« aufzuführen. Wegen des Coronavirus im Jahre 2020 werden die Passionsspiele ins Jahr 2022 verschoben.
Seit 1935 führt die Prozession von der Dorfkirche durch die farbenfroh geschmückten Straßen an den See. Danach fahren Geistliche und Gläubige bei der Seeprozession mit vielen dutzend Booten hinüber zur Insel Wörth, wo an der Kapelle die Wurzeln der Seehausener Pfarrei liegen. Das Evangelium mit Segen wird an vier Stationen verkündet.

Zu einer der beliebtesten Traditionen zählt in ganz Bayern das Maibaumaufstellen. Jedes Jahr am 1. Mai wird an zentralen Plätzen in Orten und Gemeinden der geschmückte und häufig mit dekorativen Schildern verzierter Baum aufgestellt.
Zu Ehren des Heiligen Georg findet rund um den 23. April vielerorts in Bayern und Österreich eine Pferdewallfahrt statt. Festlich geschmückte Pferde und Wagen ziehen zum Gotteshaus, das dann oft (mehrmals) umritten wird. Im Anschluß an den Gottesdienst finden Geschicklichkeitswettbewerbe statt.

Der Schäfflertanz ist ein Zunfttanz der Schäffler (Fassküfer, Fasshersteller), die zu Musik festgelegte Figuren tanzen. Er entstand ursprünglich in München. Ab 1830 verbreitete sich der Brauch durch wandernde Schäfflergesellen auch außerhalb Münchens und ist heute in vielen Orten im altbayerischen Raum üblich. Er findet in den Orten jeweils alle sieben Jahre statt.
Das traditionelle Mittenwalder Maschkera wird durch den bekannten Umzug der Mittenwalder Schellenrührer feierlich und pünktlich zur Mittagsstunde eingeläutet. Neben den Schellenrührern sind viele weitere Figuren wie Goaslschnalzer, Jaklschutzer und Beserer zu sehen. Schauplatz für diese jahrhunderte alte Tradition ist die historische Fußgängerzone in Mittenwald.

Das Aperschnalzen, eine Form des Goaßlschnalzens, seit 2013 immaterielles Kulturerbe der UNESCO, ist im bayerischen Voralpenland und im Salzburger Land ein uralter, vorchristlicher Brauch. Über seine Entstehung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die geläufigste ist, dass es um das Winteraustreiben gehe.
Beurkundet seit 1772, ziehen jedes Jahr am 6. November (jedoch nie an einem Sonntag) über 80 Vierergespanne mit prächtig geschmückten Wägen und die zugehörigen Vorreiter zur „Tölzer Leonhardifahrt“ durch die Stadt auf den Kalvarienberg. Besetzt sind die Wägen - neben dem Fuhrmann und dem sogenannten Praxer (Bremser) - mit Wallfahrerinnen und Wallfahrern, die ihre Festtagstrachten tragen.

Jedes Jahr im September wird das Vieh von den Alpen wieder hinab ins Tal getrieben. Dort werden alle Tiere in den einzelnen Gemeinden auf dem Scheidplatz gesammelt und an ihre Besitzer zurückgegeben. Diese Prozedur nennt man in Oberbayern Almabtrieb. Gefeiert wird dies in der ganzen Region in großen Festzelten mit zünftiger Musik.
Jedes Jahr in der Woche um "Bartholomeus", dem 24. August, findet die Almer Wallfahrt von Maria Alm im Salzburgerland nach St. Bartholomä am Königssee über das Steinerne Meer statt. Bis zu 3.000 Gläubige nehmen, je nach Wetterlage jedes Jahr diese beschwerliche Strecke auf sich.

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